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Sonntag, 8. Januar 2012

Zwei Märchen in modernem Gewand

Once Upon A Time ist kein Fables, macht aber auch einen Riesenspaß!

Ich fand die Idee, die eingestaubten Märchen von Gebrüder Grimm & Co. in einem anderen Licht neu zu verarbeiten sofort faszinierend und sollte auch beim Lesen der ersten Ausgabe von Fables nicht enttäuscht werden. In der von Bill Willingham erfundenen Graphic Novels Reihe (bisher 112 bei Vertigo erschienene Ausgaben) geht es um die Bewohner von Fabletown, einer im verborgenen lebenden Gemeinschaft aus Märchengestalten in New York. All jene Figuren, die im Alltag der Großstadt zu viel Aufsehen erregen würden, leben auf der Farm in Upstate New York. In den Geschichten geht es um Machtspiele innerhalb der Gesellschaft, Kriminalfälle und nicht zu letzt Kriege gegen äußere und innere Feinde der Fairy Tale Community. Den bekannten Märchengestalten wurden dabei teils neue Eigenschaften zugeschrieben bzw. aus Märchen bekannte Merkmale leicht variiert. So ist z.B. Prince Charming ganz und gar kein edler Schwiegermutters Liebling, sondern ein egoistischer Casanova, der schon mit jeder Prinzessin eine Affäre hinter sich gebracht hat. In den vielen, wunderschön illustrierten Ausgaben werden uns dann alle möglichen bekannten Märchenhelden und Schurken vorgestellt, an die wir uns noch aus unserer Kindheit erinnern. Doch auch wie wir, scheinen diese allesamt erwachsener geworden zu sein.


Die parallelen zu Once Upon A Time sind dementsprechend nicht von der Hand zu weisen. Emma Swan wird von ihrem vermeintlichen Sohn in das verschlafene Örtchen Storybrook geholt. Er erzählt ihr, dass alle Dorfbewohner Charaktere aus einem Märchen sind, die - ohne es selbst zu wissen - seit einem Fluch der bösen Hexe ihr Leben in dem Dorf fern von der restlichen Welt umherum verbringen müssen, in dem die Zeit angehalten wurde. Die Serie läuft aktuell in der ersten Staffel mit sieben erschienenen Episoden (und einem krassen Twist zur Weihnachtspause). Wir haben also auch Märchenfiguren in einer modernen Gesellschaft, die abgeschieden von der profanen Welt existiert. Nur wissen diese Charaktere eben (noch) nicht, dass sie einem Fluch unterliegen und eigentlich Schneewittchen, der Jäger, Rotkäppchen oder Geppetto sind. Auffällig ist außerdem, dass die Figuren für Once Upon A Time sich (mit Ausnahme vielleicht von Rumpelstilzchen) eher in den Disney Versionen von Märchen wieder finden, während Fables sich aus einem weitaus größeren Schatz an Märchengestalten bedient und eine Vielzahl unterschiedlicher Erzählungen und Sagen aus verschiedenen Kulturen mit einbezieht.


Der größte Unterschied zwischen diesen beiden modernen Märchen, der auch gleichzeitig für mich die parallele Existenz beider rechtfertigt, ist die Skala, auf der die Geschichten erzählt werden. Fables ist eine turbulente fantastische Reise durch alle Facetten der Märchen-, Sagen- und Fabelwelt, wenn die Figuren aus ihrem Märchenreich geflohen wären und nun mitten in New York leben. Hier ist alles groß und bombastisch. In Once Upon A Time findet die Geschichte hingegen eher als soapiges Drama zwischen den wenigen Hauptprotagonisten statt. Der Fokus liegt auf den Beziehungen der Charaktere untereinander, die durch den Fluch in andere Rollen gezwungen wurden. Das Phantastische in dieser Serie wird durch die Rückblenden geliefert. Aber auch hier wird eher ein zugespitzter Hintergrund für das Drama in der Hauptgeschichte im Vordergrund geliefert, als dass man sich in der Märchenwelt austobt. Mir gefällt zwar der Umgang von Fables mit der Märchenthematik besser und die Reihe wirkt insgesamt wesentlich inspirierter, auf der anderen Seite bin ich aber von der spannenden Art der Erzählung in Once Upon A Time (hier merkt man, dass die LOST Macher am Werk waren) echt angefixt worden.

Ich freu mich auf die Fortsetzungen von beiden Märchen! Und vielleicht wird es Zukunft ja tatsächlich noch eine Umsetzung von Fables als TV Show geben... Hoffen kann man ja!


PS: Für die Wartezeit bis zur neuen Episode, kann ich noch die Erstwhile Tales empfehlen: Ein Webcomic über nicht ganz so bekannte Grimm Geschichten.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Batman - Teil I


Batman ist Kult. Wer das bestreitet, lebt entweder hinterm Mond oder hat keine Ahnung. So wenig man sich für diesen ganzen Dunkler-Ritter-Mythos interessieren mag, kommt man um das Zugeständnis nicht herum, dass Batman zur Popkultur unserer Zeit gehört.

Gerade im vergangenen Sommer war es schwierig Fragen wie "Was hälst du von dem neuen Batman?" oder "Heath Ledger als Joker war doch großartig, nicht wahr?" aus dem Weg zu gehen. Gerade letztere Aussage ist meiner Meinung nach fast mehr Ausdruck der Anerkennung von Heath Ledgers Lebenswerk, als eine objektive Beurteilung. Ich fand ihn auch großartig, doch wurde diese Glorifizierung für meinen Geschmack etwas übertrieben. Aber dazu später mehr.

Woher kommt es, dass Batman so präsent ist. Fällt sein Name, hat jeder sofort seine Assoziationen parat. Sei es der Dunkle Ritter selbst in seiner düsteren Gewandung oder sein Batmobil, sei es der urige und sympathische Butler Alfred oder schlicht und einfach das Batman Symbol am wolkenbehangenen Nachthimmel. Neben Superman und Spidey ist er der präsenteste Superheld überhaupt.
Wie heißt die Realfigur hinter Hulk? Keine Ahnung? Und wie heißt das Alter Ego Batman's? Bruce Wayne. Richtig. Sogar diese Information kennen die meisten - zumindest wenn man den Namen hört, weiß man sofort bescheid. Wem sagt schon 'Bruce Banner' etwas...

Batman ist ein sehr interessanter Superheld. Nicht so teflon-glatt wie Superman. Nicht so teeny-weeny kitschig wie Spiderman. Man sieht all die Trauer, all den Schmerz auf den ersten Blick: schwarze Rüstung, grimmiger Gesichtsausdruck und eine Fledermaus als Symbol. Seit jeher gilt die Fledermaus als 'gruseligstes' Tier überhaupt (nicht zuletzt durch die Verbindung mit Vampiren). Blutsaugende Nager, die in dunklen und finsteren Höhlen leben, wo nie ein Mensch seinen Fuß setzt. In der dunkelsten Nacht kommen sie zum Vorschein und gehen auf die Jagd. Wer ist da in Kindheitstagen nicht ein Schauer über den Rücken gelaufen.
Genau diese ureigene Furcht des Menschen macht sich Batman zum Erkennungsmerkmal. Gegeißelt durch den grausamen Tod seiner Eltern (vor Klein-Brucys Augen) nutzt er den Deckmantel der Nacht und versucht Ordnung wiederherzustellen, wo Chaos herrscht. Gothams Straßen sind überflutet von Räubern, Vergewaltigern, Mördern und anderen üblen Gestalten. Anstatt sich auf seinen Reichtum zu setzen, den die Familie Wayne angehäuft hat, und das Leben eines Playboys zu führen, streift er als Vigilant durch die Gassen und hilft den Wehrlosen. Dabei ist er zwar bereit mit den staatlichen Kräften zu kooperieren, sind ihm diese jedoch zu träge oder zögerlich, ergreift er selbst die Initiative und tut das, wovor sich andere scheuen. Batman ist die kompromisslose Faust der Gesellschaft. Gotham duldet zwar die Fledermaus, doch gibt es mehr als genug Kritiker, die Batman lieber hinter Gittern sehen würden. Er ist der tragische Held, der Selbstjustiz übt, um Gewalt zu bekämpfen. Wie weit darf Batman gehen, bevor er zu dem wird, was er bekämpft?



Diese Person ist greifbarer und bewundernswerter als Superman, weil dieser bedingungslos gut ist und ja nichteinmal aus dieser Welt stammt. Sicher, Batman kann auf nahezu unendliche Geldressourcen zugreifen. Doch hat er sich seine Kraft und Stärke selbst angeeignet und wurde nicht durch Zufall zum Superhelden wie Peter Parker (Spiderman). Ich denke, dass all diese Merkmale ausschlaggebend dafür sind, dass Batman eine so breite Masse anspricht.

Im zweiten Teil werde ich kurz auf die ersten Verfilmungen eingehen und mich dann ausführlich mit den Filmen der 80er und 90er befassen. Im Teil III geht's um die neue Ära 'Batman Begins' & 'The Dark Knight'. Außerdem: Warum Jack Nicholsons und Heath Ledgers Versionen des Jokers beide ihre eigene Daseinsberechtigung haben!

Sonntag, 18. Januar 2009

Humanglobaler Zufall

Das Magazin "Humanglobaler Zufall" ist ein vierteljährig erscheinendes Goldstück deutscher Kioske. Jede Ausgabe verbindet sechs Geschichten über interessante Menschen mit einem Roten Faden. Und ja: Dieses Magazin hat tatsächlich einen roten Faden, den man bequem in die Seiten legen kann, um an gleicher Stelle später weiter zu lesen. Diese Geschichten bilden also das Herzstück, so erfahren wir in Ausgabe 3 was ein deutscher MC in Rio macht, wie er dort Luke kennengelernt hat, der jetzt in London Kindern von der Straße einen Sinn gibt, und wie das alles mit Max, einem Ingenieur, der in Kamerun ein Dorfradio entwickelt hat, zusammenhängt. Die unterschiedlichsten Personen werden hier vorgestellt, man erhält einen kurzen Einblick in ihr Leben, Denken, Handeln. Bonbon der Geschichten sind die ausladenden Fotos, die unterstützend zum Text eine eigene Geschichte erzählen. Es sind immerhin 200 pro Ausgabe.

Abgerundet wird Humanglobaler Zufalle mit diversen Rubriken, die in jeder Ausgabe auftauchen (unter anderem: Zufall nach Plan, wo populäre Bücher, Filme und auch Theaterstücke unter dem Thema Zufall beleuchtet werden).

Ein weiteres Highlight bieten allein schon die Umschläge. Ausgabe Drei war weiß, lediglich mit einem postkartengroßen Wackelbild. Diese schlichte und doch faszinierende Aufmachung hat mich auch irgendwann an einem Bahnhof dazu gebracht, Humanglobaler Zufall zu kaufen. Besonders hübsch ist auch die aktuelle Vier. Goldene Seiten, schwarzes Thermo-Cover, das auf Wärme reagiert. Man kann das Bild unter dem Schwarz erst sehen, wenn man seine Handflächen darauf legt. Sogar die Beck's Werbung auf der Rückseite ist so.

Neben dieser obligatorischen Rückseiten-Werbung ist es jedoch äußerst erfrischend, auf wie wenig Anzeigen man stößt. Da bleibt mehr Aufmerksamkeit übrig für das, worum es ja auch eigentlich gehen soll. Die Seiten fühlen sich übrigens auch besser an, als so manch glattes Pendant z.B. einer Neon. Rauhes und grobes Altpapier würde ich sagen.

Wer demnächst also wieder einmal vor dieser riesigen Wand aus Papier in einem Bahnhofskiosk steht, und bevor er dann doch wieder zur NEON greift, der mag doch mal einen Blick in die neuste HUMANGLOBALER ZUFALL werfen.

Dienstag, 13. Januar 2009

WHO saves THE WATCHMEN?


Der Kinostart von Watchmen scheint nun doch gerettet. Der Streit zwischen Warner Bros. und Fox um die Rechte an der Verfilmung der Graphic Novel Watchmen scheint sich demnächst aufzulösen. Hoffentlich steht dem Kinostart im März dann nichts mehr im Weg!

Watchmen

Watchmen ist ein Graphic Novel von Alan Moore und Dave Gibbons. In dem aus dem Jahr 1986 stammenden Comic ist der Kalte Krieg und die drohende Auslöschung der Menschheit durch den Einsatz von atomaren Waffen der Aufhänger für eine recht untypische Superhelden-Geschichte. Am Anfang steht der Mord an einem unbeliebten Superhelden, The Comedian, der von einem weiteren Superhelden Rorschach untersucht wird. So nimmt die Geschichte ihren Lauf. Das Spannende ist die irrsinnige Komplexität des Comics (der immerhin ca. 440 Seiten umfasst). Die 12 Kapitel sind derart miteinander verbunden, dass das Lesen eines "einzelnen Heftes" keinen Sinn machen wird, was bei konventionellen Comic Reihen ja durchaus möglich ist. Auch der Aufbau der einzelnen Panels geschieht nie zufällig, sondern ist so bestimmt gewählt, dass es schon an Kunst erinnert.
Thematisch wird neben einer guten Portion Gesellschaftskritik im Wesentlichen die Frage erörtert, ob und wie Selbstjustiz gerechtfertigt werden kann.

Ich hatte große Freude beim Lesen und bin gespannt, wie Watchmen in seiner filmischen Umsetzung wird. Das ist ja immer so ein Ding mit Comic-Verfilmungen... meistens geht's eher in die Hose. Aber der Trailer lässt die Herzen schonmal höher schlagen:



uuhhh...GÄNSEHAUT! ;)

In diesem Sinne:
Quis custodiet ipsos custodes?
(Who watches the Watchmen?)

And... here… we... go!

In diesem Blog möchte ich über verschiedenste Ausprägungen der Medien sprechen. Das werden vornehmlich Filme und Musik sein. Aber auch das ein oder andere Buch/Comic wird seinen Platz finden und Artikel über Rollenspiele können auftauchen. Im Prinzip werde ich hier über all die tollen Werke sprechen, die mich im Moment beschäftigen und begeistern. Der geneigte Leser ist selbstverfreilich dazu eingeladen, seine Kommentar abzugeben, auf dass ein reger Meinungsaustausch stattfinden kann.

Also viel Spaß beim Lesen!
Gerd