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Sonntag, 8. Januar 2012

Zwei Märchen in modernem Gewand

Once Upon A Time ist kein Fables, macht aber auch einen Riesenspaß!

Ich fand die Idee, die eingestaubten Märchen von Gebrüder Grimm & Co. in einem anderen Licht neu zu verarbeiten sofort faszinierend und sollte auch beim Lesen der ersten Ausgabe von Fables nicht enttäuscht werden. In der von Bill Willingham erfundenen Graphic Novels Reihe (bisher 112 bei Vertigo erschienene Ausgaben) geht es um die Bewohner von Fabletown, einer im verborgenen lebenden Gemeinschaft aus Märchengestalten in New York. All jene Figuren, die im Alltag der Großstadt zu viel Aufsehen erregen würden, leben auf der Farm in Upstate New York. In den Geschichten geht es um Machtspiele innerhalb der Gesellschaft, Kriminalfälle und nicht zu letzt Kriege gegen äußere und innere Feinde der Fairy Tale Community. Den bekannten Märchengestalten wurden dabei teils neue Eigenschaften zugeschrieben bzw. aus Märchen bekannte Merkmale leicht variiert. So ist z.B. Prince Charming ganz und gar kein edler Schwiegermutters Liebling, sondern ein egoistischer Casanova, der schon mit jeder Prinzessin eine Affäre hinter sich gebracht hat. In den vielen, wunderschön illustrierten Ausgaben werden uns dann alle möglichen bekannten Märchenhelden und Schurken vorgestellt, an die wir uns noch aus unserer Kindheit erinnern. Doch auch wie wir, scheinen diese allesamt erwachsener geworden zu sein.


Die parallelen zu Once Upon A Time sind dementsprechend nicht von der Hand zu weisen. Emma Swan wird von ihrem vermeintlichen Sohn in das verschlafene Örtchen Storybrook geholt. Er erzählt ihr, dass alle Dorfbewohner Charaktere aus einem Märchen sind, die - ohne es selbst zu wissen - seit einem Fluch der bösen Hexe ihr Leben in dem Dorf fern von der restlichen Welt umherum verbringen müssen, in dem die Zeit angehalten wurde. Die Serie läuft aktuell in der ersten Staffel mit sieben erschienenen Episoden (und einem krassen Twist zur Weihnachtspause). Wir haben also auch Märchenfiguren in einer modernen Gesellschaft, die abgeschieden von der profanen Welt existiert. Nur wissen diese Charaktere eben (noch) nicht, dass sie einem Fluch unterliegen und eigentlich Schneewittchen, der Jäger, Rotkäppchen oder Geppetto sind. Auffällig ist außerdem, dass die Figuren für Once Upon A Time sich (mit Ausnahme vielleicht von Rumpelstilzchen) eher in den Disney Versionen von Märchen wieder finden, während Fables sich aus einem weitaus größeren Schatz an Märchengestalten bedient und eine Vielzahl unterschiedlicher Erzählungen und Sagen aus verschiedenen Kulturen mit einbezieht.


Der größte Unterschied zwischen diesen beiden modernen Märchen, der auch gleichzeitig für mich die parallele Existenz beider rechtfertigt, ist die Skala, auf der die Geschichten erzählt werden. Fables ist eine turbulente fantastische Reise durch alle Facetten der Märchen-, Sagen- und Fabelwelt, wenn die Figuren aus ihrem Märchenreich geflohen wären und nun mitten in New York leben. Hier ist alles groß und bombastisch. In Once Upon A Time findet die Geschichte hingegen eher als soapiges Drama zwischen den wenigen Hauptprotagonisten statt. Der Fokus liegt auf den Beziehungen der Charaktere untereinander, die durch den Fluch in andere Rollen gezwungen wurden. Das Phantastische in dieser Serie wird durch die Rückblenden geliefert. Aber auch hier wird eher ein zugespitzter Hintergrund für das Drama in der Hauptgeschichte im Vordergrund geliefert, als dass man sich in der Märchenwelt austobt. Mir gefällt zwar der Umgang von Fables mit der Märchenthematik besser und die Reihe wirkt insgesamt wesentlich inspirierter, auf der anderen Seite bin ich aber von der spannenden Art der Erzählung in Once Upon A Time (hier merkt man, dass die LOST Macher am Werk waren) echt angefixt worden.

Ich freu mich auf die Fortsetzungen von beiden Märchen! Und vielleicht wird es Zukunft ja tatsächlich noch eine Umsetzung von Fables als TV Show geben... Hoffen kann man ja!


PS: Für die Wartezeit bis zur neuen Episode, kann ich noch die Erstwhile Tales empfehlen: Ein Webcomic über nicht ganz so bekannte Grimm Geschichten.

Freitag, 9. April 2010

Joss Whedon spielt mit Puppen

Weiter geht es mit der aktuellsten Serie von Joss Whedon, die mich über 2 Staffeln hinweg begeistern konnte: Dollhouse.


So obszön der Name klingen mag, so wahr ist doch seine Bedeutung für das Thema der US-Serie. In Dollhouse geht es um eine Art Edel-Freudenhaus, das von einer kühlen Britin mit steifem Akzent geleitet wird und Klienten (mit gewissen finanziellen Rücklagen) Prostituierte der Edelklasse vermittelt. Das besondere an ihnen ist, dass sie eigentlich junge (und natürlich hübsche) Leute sind, die aus irgendeinem Grund einen 5-Jahresvertrag unterzeichnen mit dem sie einwilligen, dass diese fünf Jahre komplett dem Dollhouse gehören und ihr Gehirn für diesen Zeitraum gelöscht wird. Damit werden sie zu programmierbaren Dolls, denen der selbstverliebte Nerd des Hauses jedes beliebige Charkaterprofil einspeichern kann. Die Klienten bekommen also eine Wunschhure nach ihren eigenen Vorstellungen, die nicht einmal weiß, dass sie eine Hure ist. Verlockend und unglaublich pervers.

Vor diesem Hintergrund baut Whedon sein übliches Beziehungsnetz auf und stellt uns eine bunte Mischung an Protagonisten vor, die so ziemlich aus jeder Ebene des Dollhouses kommen. So spielt ein FBI Agent, der auf der Spur des unter Verschluss gehaltenen Dollhouses ist, eine der wichtigsten Rollen. Er ist auf der Suche nach "Echo" bzw. dem Mädchen, dass sie vor der Gehirnwäsche war.

Neben spannenden Client-of-the-Week Folgen zu Beginn der ersten Staffel, nimmt die Serie sehr schnell Fahrt auf. Der Zuschauer wird konsequent mit Plot-Stückchen gefüttert, die ein Abschalten unmöglich machen. Immer tiefer wird man in den Bann dieser Achterbahn-Geschichte hinein gezogen. Soweit ich weiß bleibt's bei zwei Staffeln, was schade ist, aber immerhin wurde hier ein angemessener Abschluss gefunden... anders als bei Firefly.

Freut euch auf die letzte Folge der ersten Staffel! Großartigster Staffelabschluss evvaar!!

Donnerstag, 28. Januar 2010

Keep flying!

Joss Whedon hat bereits mit Buffy Maßstäbe im Bereich der Serien gesetzt. Eine total schräge Story trifft auf ein Netzwerk von Protagonisten, dazu viel Drama und: Bang! Der Rest ist Geschichte. Sieben Staffeln lang hat die Geschichte um Buffy und ihre Clique Fernsehzuschauer begeistert. Der Clou dabei: Jede Folge gab's ein neues Monster of the Week, das aber eigentlich nur als Schauplatz für das eigentliche Theater diente. In Wahrheit geht's in dieser Serie um die Protagonisten, deren Gefühle und Zusammenspiel. Das Monster of the Week fungiert hier häufig als Trigger für die relevanten dramatischen Konflikte und sorgt so dafür, dass es nie langweilig wird. Klar gibt es dann noch den großen, alles umspannenden Plot, der sich durch eine Staffel und auch darüber hinaus spinnt.

Ich war auch ein großer Fan von The O.C., aber was mir bei diese feinpolierten Bonzenkids fehlt ist eine spannende Kulisse. Da reicht ein steinreicher Großvater und dessen Verwicklungen in Korruptionsaffären (und schließlich im Tod enden "Hallelujah") nicht aus, um bei mir ein anhaltendes Interesse zu wecken. Ewig die gleichen Konflikte ausgegraben, gähn, oh schon wieder ein Undergroundkid, das Merissa abfüllt. Nach Staffel 2 war das Thema für mich durch und ich hab nur noch sporadisch das Leben der Clique von 90210, pardon The O.C. verfolgt.

Halten wir fest: Großes Drama ist klasse, braucht aber eine spannende fortlaufende Geschichte, um über zwei Staffeln hinaus zu begeistern.

Ironischerweise hatte die Serie, um die sich dieser Artikel drehen soll, genau das: Eine wahnsinnig spannendes Cast und eine wunderbare Weltraum-Western Geschichte. Und dennoch war nach der 14. Folge der ersten Staffel Schluss. Selbst Schuld, wenn man so eine unmainstreamige Serie produziert... ja, leider wahr. Dennoch möchte ich diesen Artikel nutzen, um meine neue Lieblings-SciFi Serie zu bauchpinseln:

FireflyIn Firefly geht es um die Besatzung der Serenity, einem Schmugglerschiff der Firefly Klasse. Neben dem Captain Mal und seinem ersten Maat Zoë, ihrem Ehemann, dem Spitzenpiloten Wash und der Schiffsmechanikerin Kaylee werden in der ersten Folge gleich alle weiteren Charaktere eingeführt. Die Wahl und die Konstellation der Charaktere wird durch die Pilotfolge wunderbar inszeniert. Shepherd Book und der Arzt Simon wollen eigentlich nur eine Passage buchen, doch der Flug erweist sich als problematischer als angenommen und spitzt sich perfekt zum Höhepunkt der Eskalation zu. Eingepfercht in dem begrenzten Raum eines Raumschiffes lernen die Charaktere, sich miteinander zu arrangieren. Das gelingt zwar eher schlecht als recht, aber genau das wollen wir, die Zuschauer, ja auch! So sind von vornherein viele Konfliktherde installiert, aber dennoch ist die Gruppe zusammengeschweißt, durch die Bedrohung durch die Allianz. Perfekt!

So viel zu unseren "Helden", doch worum geht's sonst?
Die Menschheit hat sich, nachdem die alte Erde vor Übervölkerung kurz vor'm Platzen stand, in einem Sonnensystem breit gemacht, in dem es einen ganzen Haufen an Planeten und noch mehr Monden gibt. Nach der Terraformung und Besiedlung bildeten sich kurzerhand verschiedene politische Lager: Die autoritäre Allianz, die die inneren Planeten beherrrscht und die äußeren Welten, in denen der Rest ein unbeschwertes und vor allem relativ freies Leben führt. Die Serenity ist ein Schmugglerschiff, ihr Captain und erster Maat haben im Krieg gegen die Allianz gekämpft und verdienen ihren Lebensunterhalt durch kriminelle Jobs, immer auch, um der Allianz eins auszuwischen. Eine der spannendsten Protagonisten ist River, ein hyperintelligentes Mädchen, das von der Allianz geheimen Experimenten unterzogen wurde. Nachdem ihr Bruder, der Arzt Simon sie befreien konnte, sind sie nun auf der Flucht, zumal ein verlockend hohes Kopfgeld auf beide ausgesetzt wurde. Langsam und gut dosiert erfährt der Zuschauer immer mehr über dieses seltsame Mädchen. Es ist unglaublich spannend zu erfahren, welches Geheimnis River birgt. Auch der Shepherd, ein Priester, scheint nicht das zu sein, was er vorgibt... Oh, und da gibt's natürlich noch Inara, eine registrierte Companion (also eine professionelle Edel-"Begleitung"), die mit der Serenity reist, um auf den verschiedenen Welten ihre hochrangigen Klienten zu umsorgen. Sie und der Captain sind natürlich... ach, findet's selbst raus ;)

14 Folgen lang erlebt man mit der Besatzung der Serenity spannende Abenteuer, deren Aufhänger häufig einer der krummen Jobs ist. Die Geschichten werden dabei mit viel Witz, abwechslungsreichen Ideen und spannenden Konflikten erzählt. Dazu kommt, dass der Stil vor allem in den äußeren Welten sehr stark an klassische Western erinnert. Die Kleidung, die Planeten und Siedlungen, selbst die Waffen könnten direkt aus Zwei Glorreiche Halunken geklaut sein. Ein Detail, das mir persönlich sehr gut gefällt. Ich mag auch Tatooine, den Heimatplaneten von Luke und Anakin. Diese Mischung aus Science Fiction und low-tech Western hat einen ganz besonderen Reiz, der das Gefühl für die Welt einfacher und greifbarer macht.

Der Unterschied zu vielen anderen SciFi Serien ist, dass es keine Außerirdische gibt. Es gibt nur Menschen und die ganze Scheiße, die passiert ist von Menschen gemacht. Ok, da sind die Reaver, wilde und kannibalistische Menschen, die die äußeren Welten tyrannisieren und in den inneren Planeten nur als Ammenmärchen gelten. Aber ansonsten ist da keine fremde Macht, keine fremdartige Bedrohung, sondern nur machtbesessene und sadistische Verbrechersyndikate, das repressive Regime der Allianz und jede Menge lose Siedlungen, die mit ganz besonderen Eigenarten aufwarten. Das 'Verse, wie das Universum der Serie genannt wird, ist bunt und granatenstark!

Leider wurde die Serie mitten in der ersten Staffel von FOX abgesetzt. Tragischerweise gibt es wohl keinen Platz für so ein Konzept, sodass nach Folge 14 einfach Schluss ist, ohne Auflösung, ohne befriedigendes Ende. Glücklicherweise hat Joss Whedon sich dann dazu entschlossen, die losen Handlungsstränge in einem Kinofilm aufzulösen und der Serie somit ein ehrenhaften Abschluss zu ermöglichen. Der Film Serenity geht dabei insbesondere auf River ein und erzählt ihre Geschichte.

Take my love, take my land
Take me where I cannot stand
I don't care, I'm still free
You can't take the sky from me
Take me out to the black
Tell them I ain't comin' back
Burn the land and boil the sea
You can't take the sky from me
There's no place I can be
Since I found Serenity
But you can't take the sky from me...

Sonntag, 19. Juli 2009

Schräger als Fiktion

Ich mag es, wenn ein Film mich unerwartet förmlich umhaut. Und das war bei Stranger Than Fiction der Fall. Vorgeschichte: Äußerst schlechten Film angefangen, nach 20 Minuten abgebrochen aus Angst zu verdummen, Alternative gesucht und gefunden. Der vorangehende Film war Idiocracy, eine Komödie über eine in der Zukunft geistig degenerierte Gesellschaft. Nun ist der Film kaum komisch (hin und wieder haben wir gelächelt) und driftet mit der Zeit ins übertrieben alberne ab. Scheiß Film, aber das ist ja hier gar nicht das Thema.

Stranger Than Fiction stammt aus dem Jahr 2006 und ich würde es als Hybrid aus Tragikkomödie, Drama und Liebesfilm bezeichnen. Marc Foster, der uns schon das bezaubernde Finding Neverland beschert hat, führt Regie und erschafft damit einen Film, der vor schönen Momenten nur so strotzt.

Worum geht es? Harold Crick ist ein saumäßiger Langeweiler. Er arbeitet bei der Steuerbehörde und sein Leben ist eine einzige Aneinanderreihung von geplanten Routinen, ohne Abweichung, ohne Abwechslung. Freunde, Beziehnungen, all das hat in Harold's geordnetem Leben keinen Platz. Das ändert sich, als er plötzlich eine Erzählerstimme in seinem Kopf hört, die sein Leben kommentiert, als wäre sein Leben ein Roman. Daraufhin soll sich für Harold alles ändern.

Will Ferrell, den ich bisher eher in die Blödel-Ecke zu Adam Sandler & Co gesteckt habe, spielt den tragischen Protagonisten Harold. Er macht das so gut und passend, dass Will Ferrell auf meiner Beliebtheitsskala einige Treppchen hochgestiegen ist.
Es treten noch eine Handvoll weiterer Charaktere auf, allesamt sehr gut besetzt. Maggie Gyllenhaal, das neue Love-Interest im aktuellen Batman Film, ist mir hier - im Gegensatz zu The Dark Knight - durchweg positiv positiv aufgefallen. Sie spielt eine rebellische Bäckerin, bei der Harold eine Steuerprüfung machen soll und er verliebt sich natürlich in sie. Im Verlauf des Films fragt er einen Literaturtheoretiker, gespielt von Dustin Hoffman, der eine gewohnt solide Leistung abgibt, um Rat.

Damit ich jetzt nicht wild rumspoilere, gehe ich mal nicht weiter auf die Story ein. Die Geschichte ist unheimlich abgefahren, lustig und skurill. Das Sehen wird zum reinsten Vergnügen und selbst das Ende steht dem gesamten Film in nichts nach. Man will, dass aus der Langeweiler-Raupe ein bunter Spaß-Schmetterling wird!

"Harold Prick verdient ein Happy End. Punkt."

Insgesamt ist es ein von vorne bis hinten überzeugender Film, mal was erfrischend anderes aus der Hollywood-Unterhaltungs-Maschinerie, die sonst fast täglich den selben Action-Rotz ausspuckt.

Electric Fence Story

Hier mal ein Geheimtipp aus der Sparte 'Kurzfilme':

Little Miss Sunshine

Ein schriller VW-Bus vollgepackt mit guter Laune und Lebensfreude!

In Little Miss Sunshine geht es um eine Durchschnittsfamilie aus dem Süden Amerikas, eigentlich um das jüngste Mitglied und seinem Traum, Schönheitskönigin zu werden. Die Figuren dieses kammerspielartigen Films sind allesamt klischeehafte Archetypen, die so überspitzt dargesstellt werden, dass mensch schon ab der ersten Minute dieses Films weiß, dass diese Charaktere auf kurz oder lang aneinander geraten werden.
Da gibt es den Familienvater Richard, der so durch und durch vom Willen zu gewinnen besessen ist, dass er gar nicht merkt, wie verletzend das auf seine Umwelt wirken kann. Gerade gegenüber dem (vermeintlichen) "Loser"-Bruder seiner Frau baut er beim Zuschauer eine derartige Antipathie auf, dass es schon fast unangenehm wird. Der Bruder selbst kommt nämlich, nach einem Versuch sich das Leben zu nehmen, gerade aus dem Krankenhaus. Dwayne ist ein pubertierender Junge, der unheimlich von seiner Familie angekotzt ist. Er ist von allem und jedem genervt und hat daher vor einiger Zeit beschlossen, nicht mehr zu reden. Sein einziger Antrieb ist es, Kampfflieger für die Air Force zu werden. Der Kokain-abhängige Vater von Richard ist ein eher unkonventioneller Typ, der noch ein letztes Mal das Leben und all seine Ausprägungen genießen möchte. Tja, und das macht er mit Kokain. Außerdem trainiert er Olive, die junge Hauptprotagonistin des Films.

Olive ist ein ganz besonderes Mädchen. Sie ist kess, intelligent und sehr offen. Zudem hat sie den Traum eines jeden jungen 08/15 Teens, nämlich den, eine Schönheitskönigin wie im Fernsehen zu werden. Dafür übt sie, dafür lebt sie. Dass sie in den Augen der Mehrheit wohl nicht über die äußere Erscheinung einer Schönheitskönigin verfügt, interessiert sie nicht und auch sonst niemanden in der Familie. Warum auch?

Genau diese Prämisse ist es, die den Film meiner Meinung nach so sehenswert macht: Obwohl Olive ein pummeliges Mädchen mit viel zu dicker Brille ist, nimmt sie an einer dieser schrecklichen amerikanischen Schönheitswettbewerbe teil. Und die gesamte Familie unterstützt sie dabei.

Gemeinsam in einem gemieteten VW-Bus (ja genau, so ein Hippie-Bus!) geht's auf eine 2-tägige Reise zum Austragungsort des Wettbewerbs. Eingepfercht auf den engen Raum eines VW-Busses geraten die Charaktere schnell aneinander. Nacheinander werden hier Konflikte aufgebaut, eskaliert und wieder aufgelöst. Die gesamte Reise ist auch für den Zuschauer eine Reise mit urkomischen und fast schon absurd lustigen Szene, aber auf der anderen Seite auch mit absolut dramatischen Höhepunkten, in denen Träume zerschmettert und Beziehungen auf die Probe gestellt werden.

Dem Regisseur und den Schauspielern gelingt es, den Zuschauer mit auf einen abwechslungsreiche Reise zu nehmen, die zeigt, wie schön das Leben ist.

Ob Olive dann letztlich den bescheuerten Schönheitswettbewerb gewinnt oder nicht, interessiert zu keinem Zeitpunkt des Films. Viel wichtiger ist die Entwicklung, die diese zersplitterte Familie durchmacht.

Alles in Allem ein wunderschöner Film mit viel Witz und Tragik, bei dem man am Ende mit einem Lächeln im Gesicht den Fernseher ausschaltet!

Donnerstag, 29. Januar 2009

Batman - Teil II

Hier nun der zweite Teil meiner Batman-Besprechung.

Batman hat es als eine der ersten Superheldenverfilmungen auf den Bildschirm geschafft. In den 1940ern gab es zwei 15-teilige Serien, die erste unter dem schlichten Titel 'Batman' 1944, dann 1949 folgte 'Batman and Robin'. Eher Schmalspur Theater in Schwarz-Weiß als gute Unterhaltung. Der wahre Durchbruch in der Popkultur erfolgte dann 1966 mit dem Kinofilm 'Batman'. Die Hauptrollen waren mit Adam West als Batman und Burt Ward als Robin besetzt. Gleich 4 Böse Buben gaben sich die Ehre: Der Joker, der Pinguin, der Riddler und Catwoman. Und genau so voll, wie der Film mit Schurken gepackt war, so übertrieben und überladen wirkt auch der Ganze Film. Doch bevor ich weiter darauf eingehe, einmal der Trailer für das ganze Spektakel:

Kitschig, albern, bunt, schrill. So wurde Batman in der Öffentlich damals produziert. Das ganze war eher eine Zirkusshow (ja, sogar mit geschminkten Clowns) als ein ernster Film. Die Schurken jagen einem keine Angst ein, wie auch? Es bleibt gar keine Zeit für einen dramatischen Spannungsbogen, weil man von einer Slapstickeinlage in die nächste befördert wird. Ich mochte Robin zwar nie wirklich, aber in diesem Leinwanddebut setzt die Figur dem ganzen noch eine Krone auf: Ich weiß nicht, was sie dem Schauspieler Burt Ward vorher verabreicht haben, aber ich hab noch nie so eine lächerliche schauspielerische 'Leistung' gesehen. Die eingeblendeten 'Pow', 'Peng' oder 'Bloink' Schriftzüge während der Kämpfe finde ich einfach nur amüsant, das hat schon was... Na, wie dem auch sei: Das war eine andere Zeit, die Leute haben einen anderen Anspruch an das Kino und Unterhaltung überhaupt gehabt. Die erste Verfilmung war somit ein Kind seiner Zeit und war deshalb auch relativ erfolgreich. Ich persönlich brauche so einen Batman-auf-nem-Trip nicht.
Hierauf folgte 33 Jahre lang Stille (zumindest was die Realverfilmung angeht, Comics wurden munter weiter produziert).

Dann kam Tim Burton und mit ihm zwei Batman-Filme, die an Ästhetik bis heute nicht übertroffen wurden. 1989 erschien 'Batman' in den Kinos. Michael Keaton spielte einen Bruce Wayne, der überzeugte. Im Jahr zuvor war er schon mit Beetlejuice zu einem gefeierten Schauspieler geworden und sein subtiler, aber dennoch sehr spürbarer Charme passte einfach auf den Charakter. Nichts gegen Christian Bale in den jüngsten Filmen. Ich mag ihn. Aber Christian Bale wirkt auf mich irgendwie stets etwas kalt und zu sehr distanziert. Na, wahrscheinlich hab ich auch immer noch Patrick Bateman ('American Psycho') vor Augen, wenn ich ihn sehe.
Das eigentliche Highlight aber ist Jack Nicholson als Joker. Dass er DER Mann ist, um eine geisteskranke Figur darzustellen, wissen wir spätestens seit 'The Shining'. Doch bevor ich hier schon zuviel über den Joker vorweg nehme, muss ich auf Teil IV vertrösten.

Tim Burton's Batman stieß bei vielen Kritikern eher auf gemischtes Feedback. "Zu düster" und "zu verstörend" wurde dort gemurmelt. Genau das jedoch schätze ich so an dieser Interpretation. Gotham ist keine reale Stadt. Sie ist ein fiktiver Schauplatz, um eine gewisse Atmosphäre zu schaffen. Dabei werden Details nicht aufgrund von Funktionaliät eingebracht, sondern dienen dem Zweck der Übertreibung, was dann ein überzeichnetes Bild heutiger Missstände darstellt. Tim Burton schafft es mal wieder, eine dunkle und traurig-tragische Welt zu visualisieren. Klar ist der Film düster: Was erwarten die Leute, wenn sie in einen Tim Burton Film gehen?



Ich mag diese Version besonders, da er einen gewissen künstlerischen Stil hat neben all der obligatorischen Unterhatungs-Action (die selbstverständlich auch in einen Batman Film gehört!).

Dem selben Stil folgt auch das Sequel 'Batman Returns' (1992), ebenfalls mit Tim Burton als Regisseur und Michael Keaton als Batman. Hier finde ich besonders die Figur des Schurken 'The Penguin' erwähnenswert. Danny DeVito spielt den Pinguin als einen Außenseiter, den die Welt ausgestoßen hat und nun versucht zurück in die Gesellschaft zu gelangen. Dabei sind seine Motive teils so nachvollziehbar, dass es schwer fällt überhaupt von ihm als Villain zu sprechen. Überhaupt wird den Schurken weitaus mehr Screentime gegeben als Michael Keaton. 'Batman Returns' erzählt die Geschichte der Schurken und degradiert Batman fast selbst zu einem. Es ist nicht das, was die meisten erwartet haben. Schließlich wird Batman auf eine Stufe mit den Schurken gestellt, die er bekämpft. Ich bin ja ein Fan dieser Thematik und deshalb gefällt mir dieser Teil ebenso gut wie der 89er Batman.
Insgesamt wirkt der Film noch bizarrer als der erste Teil. McDonald's nahm sogar die Happy-Meal Merchandising Produkte vom Markt, als der Film in den Kinos anlief...



Einzig die Catwoman-Szenen finde ich nicht so gelungen. Das hätte man überzeugender rüberbringen können.

Das war's für heute. Die darauffolgenden zwei Filme der 90er werde ich in den kommenden Tagen kurz besprechen. 'Batman Begins' und 'The Dark Knight' erhalten dann wieder eine ausführlichere Beschreibung.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Batman - Teil I


Batman ist Kult. Wer das bestreitet, lebt entweder hinterm Mond oder hat keine Ahnung. So wenig man sich für diesen ganzen Dunkler-Ritter-Mythos interessieren mag, kommt man um das Zugeständnis nicht herum, dass Batman zur Popkultur unserer Zeit gehört.

Gerade im vergangenen Sommer war es schwierig Fragen wie "Was hälst du von dem neuen Batman?" oder "Heath Ledger als Joker war doch großartig, nicht wahr?" aus dem Weg zu gehen. Gerade letztere Aussage ist meiner Meinung nach fast mehr Ausdruck der Anerkennung von Heath Ledgers Lebenswerk, als eine objektive Beurteilung. Ich fand ihn auch großartig, doch wurde diese Glorifizierung für meinen Geschmack etwas übertrieben. Aber dazu später mehr.

Woher kommt es, dass Batman so präsent ist. Fällt sein Name, hat jeder sofort seine Assoziationen parat. Sei es der Dunkle Ritter selbst in seiner düsteren Gewandung oder sein Batmobil, sei es der urige und sympathische Butler Alfred oder schlicht und einfach das Batman Symbol am wolkenbehangenen Nachthimmel. Neben Superman und Spidey ist er der präsenteste Superheld überhaupt.
Wie heißt die Realfigur hinter Hulk? Keine Ahnung? Und wie heißt das Alter Ego Batman's? Bruce Wayne. Richtig. Sogar diese Information kennen die meisten - zumindest wenn man den Namen hört, weiß man sofort bescheid. Wem sagt schon 'Bruce Banner' etwas...

Batman ist ein sehr interessanter Superheld. Nicht so teflon-glatt wie Superman. Nicht so teeny-weeny kitschig wie Spiderman. Man sieht all die Trauer, all den Schmerz auf den ersten Blick: schwarze Rüstung, grimmiger Gesichtsausdruck und eine Fledermaus als Symbol. Seit jeher gilt die Fledermaus als 'gruseligstes' Tier überhaupt (nicht zuletzt durch die Verbindung mit Vampiren). Blutsaugende Nager, die in dunklen und finsteren Höhlen leben, wo nie ein Mensch seinen Fuß setzt. In der dunkelsten Nacht kommen sie zum Vorschein und gehen auf die Jagd. Wer ist da in Kindheitstagen nicht ein Schauer über den Rücken gelaufen.
Genau diese ureigene Furcht des Menschen macht sich Batman zum Erkennungsmerkmal. Gegeißelt durch den grausamen Tod seiner Eltern (vor Klein-Brucys Augen) nutzt er den Deckmantel der Nacht und versucht Ordnung wiederherzustellen, wo Chaos herrscht. Gothams Straßen sind überflutet von Räubern, Vergewaltigern, Mördern und anderen üblen Gestalten. Anstatt sich auf seinen Reichtum zu setzen, den die Familie Wayne angehäuft hat, und das Leben eines Playboys zu führen, streift er als Vigilant durch die Gassen und hilft den Wehrlosen. Dabei ist er zwar bereit mit den staatlichen Kräften zu kooperieren, sind ihm diese jedoch zu träge oder zögerlich, ergreift er selbst die Initiative und tut das, wovor sich andere scheuen. Batman ist die kompromisslose Faust der Gesellschaft. Gotham duldet zwar die Fledermaus, doch gibt es mehr als genug Kritiker, die Batman lieber hinter Gittern sehen würden. Er ist der tragische Held, der Selbstjustiz übt, um Gewalt zu bekämpfen. Wie weit darf Batman gehen, bevor er zu dem wird, was er bekämpft?



Diese Person ist greifbarer und bewundernswerter als Superman, weil dieser bedingungslos gut ist und ja nichteinmal aus dieser Welt stammt. Sicher, Batman kann auf nahezu unendliche Geldressourcen zugreifen. Doch hat er sich seine Kraft und Stärke selbst angeeignet und wurde nicht durch Zufall zum Superhelden wie Peter Parker (Spiderman). Ich denke, dass all diese Merkmale ausschlaggebend dafür sind, dass Batman eine so breite Masse anspricht.

Im zweiten Teil werde ich kurz auf die ersten Verfilmungen eingehen und mich dann ausführlich mit den Filmen der 80er und 90er befassen. Im Teil III geht's um die neue Ära 'Batman Begins' & 'The Dark Knight'. Außerdem: Warum Jack Nicholsons und Heath Ledgers Versionen des Jokers beide ihre eigene Daseinsberechtigung haben!

Sonntag, 18. Januar 2009

The Joy Of Painting

Bob Ross. Ich habe selten eine Person im Fernsehen gesehen, die eine so positive Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlt wie Bob Ross. Dieser Mann ist fantastisch!

The Joy of Painting ist eine kleine TV-Sendung, die in den Jahren 1983-1995 produziert wurde. Bob Ross ist Akteur und Produzent in einem und hat in den 12 Jahren 32 Staffeln à 13 Folgen veröffentlicht. Das sind sagenhafte 416 Folgen, die je ca. 26 Minuten dauern. In der Show hat er seine Nass-in-Nass Technik vorgestellt. Wie in einem Kunstkurs malt er jede Folge ein Bild komplett von Anfang bis Fertigstellung und versucht so den Zuschauern zu zeigen, wie man innerhalb kürzester Zeit ein hübsches kleines Landschaftsbild herzaubert.

So weit, so langweilig.

Das eigentlich Interessante - weshalb diese billige Fernsehproduktion überhaupt einer Erwähnung bedarf - ist die Art und Weise wie Bob Ross mit dem Publikum gesprochen hat. Seine Ausstrahlung, sein Charisma sind in dieser Form unübertroffen. Bevor ich jetzt versuche, diese Grandiosität in Worte zu fassen, will ich hier einen Link geben. Mit diesen Worten beginnt jede Folge, ja, jede Folge.

Durch die komplette Sendezeit hindurch redet er mit seiner sanften, beruhigenden Stimme auf den Zuschauer ein und beschreibt jeden Schritt. Seine Vorliebe für Adjektive wie 'happy' und 'lovely' wird schon nach 3 Minuten Zuschauen mehr als offenkundig. Und sowieso: NICHTS, wirklich NICHTS scheint diesen Menschen mit seiner lustigen Afro-Frisur aus der Ruhe zu bringen. Alles ist schön, alles toll und Liebe überall.

Da erstaunt es einen dann auch nach kurzer Gewöhnung überhaupt nicht, wenn plötzlich - während Bob kleine Vögelchen in die Äste eines Baumes haucht - ein Video eingeblendet wird, in dem er einen kleinen Spatz auf der Hand hält und füttert. Auch auf Tiere scheint seine Stimme zu wirken, denn auch sie werden nicht verschont, sondern mit guten Zusprüchen nur so überhäuft. Sätze wie: "Oh, little cute birdy-bird. You are a pretty, brave creature, aren't you?" erinnern ein wenig an den jüngst verstorbenen Steve Irwin; wenn auch nicht so penetrant wie das etwas infantil wirkende Auftreten des Crocodile Hunters.

So plätschert die Sendung mehr oder weniger vor sich hin. Zwei Highlights möchte ich euch nicht vorenthalten:

- So reinigt Bob Ross seine Pinsel

- goldiges Zitat über Fehler: "We don't make mistakes here, we just have happy accidents."

Bob Ross ist 1995 im Alter von 52 Jahren an einem malignen Lymphom gestorben.
Er verabschiedete sich stets mit den Worten: "From all of us here: happy painting and God bless, my friend." (das Winken hätte einen Oskar verdient, oder?)

Für die Glücklichen unter euch, die den Sender BR-alpha empfangen können, gibts auf der Homepage Sendetermine. The Joy of Painting läuft jede nacht. Ideal, um glücklich einzuschlafen...

Remember Bob Ross!

Donnerstag, 15. Januar 2009

Dienstag, 13. Januar 2009

WHO saves THE WATCHMEN?


Der Kinostart von Watchmen scheint nun doch gerettet. Der Streit zwischen Warner Bros. und Fox um die Rechte an der Verfilmung der Graphic Novel Watchmen scheint sich demnächst aufzulösen. Hoffentlich steht dem Kinostart im März dann nichts mehr im Weg!

Watchmen

Watchmen ist ein Graphic Novel von Alan Moore und Dave Gibbons. In dem aus dem Jahr 1986 stammenden Comic ist der Kalte Krieg und die drohende Auslöschung der Menschheit durch den Einsatz von atomaren Waffen der Aufhänger für eine recht untypische Superhelden-Geschichte. Am Anfang steht der Mord an einem unbeliebten Superhelden, The Comedian, der von einem weiteren Superhelden Rorschach untersucht wird. So nimmt die Geschichte ihren Lauf. Das Spannende ist die irrsinnige Komplexität des Comics (der immerhin ca. 440 Seiten umfasst). Die 12 Kapitel sind derart miteinander verbunden, dass das Lesen eines "einzelnen Heftes" keinen Sinn machen wird, was bei konventionellen Comic Reihen ja durchaus möglich ist. Auch der Aufbau der einzelnen Panels geschieht nie zufällig, sondern ist so bestimmt gewählt, dass es schon an Kunst erinnert.
Thematisch wird neben einer guten Portion Gesellschaftskritik im Wesentlichen die Frage erörtert, ob und wie Selbstjustiz gerechtfertigt werden kann.

Ich hatte große Freude beim Lesen und bin gespannt, wie Watchmen in seiner filmischen Umsetzung wird. Das ist ja immer so ein Ding mit Comic-Verfilmungen... meistens geht's eher in die Hose. Aber der Trailer lässt die Herzen schonmal höher schlagen:



uuhhh...GÄNSEHAUT! ;)

In diesem Sinne:
Quis custodiet ipsos custodes?
(Who watches the Watchmen?)

Paris, je t'aime

Paris, ich liebe dich!

So lautet der Titel eines internationalen Episodenfilms aus dem Jahr 2006, der die Liebe zu Paris und die Liebe an sich karikiert. Der Film setzt sich aus 18 kurzen Episoden (keine davon länger als 10 Minuten) von verschiedensten Regisseuren und Schauspielern zusammen. Jede davon mit einer völlig anderen Herangehensweise als die vorige. Dabei wechseln sich fröhliche, nachdenkliche, skurille und deprimierende Beiträge ab, die zunächst völlig unabhängig von einander aneinander gereiht werden. Methodisch wird vor jede neue Episode Bildmaterial eines bestimmten Stadteils (Quartiers) der französischen Hauptstadt gezeigt, woraufhin schlicht und einfach der Titel der folgenden Episode (immer nach einem Ort in Paris benannt) samt Regisseur eingeblendet wird.

Und allein schon die Namen der Regisseure und Akteure sind einen Blick wert. Ich zähle mal ein paar der schillernsten auf: Joel & Ethan Coen (The Big Lebowski, No Country For Old Men), Gus Van Sant (Good Will Hunting, Kids), Wes Craven (Scream Reihe), Alexander Payne (About Schmidt, Election) und Gérard Depardieu (Der Graf von Monte Cristo, Cyrano de Bergerac und natürlich Obelix) als Regisseure. Seve Buscemi (Reservoir Dogs), Willem Dafoe (Boondock Saints), Nick Nolte (Affliction, Thin Red Line), Elijah "Frodo" Wood, Natalie Portman (Leon, Star Wars) als Schauspieler.

So unzusammenhängend die Episoden auf den ersten Blick auch wirken mögen, so tief verbunden sind sie durch ihr gemeinsames Thema: Die Liebe.

Und jede einzelne Episode schafft es, dieses Gefühl auf andere, neue Art zu interpretieren, völlig losgelöst von seinen Kameraden. Da fällt auch der Qualitätsunterschied, den einige Kritiker (auch zurecht) sehen möchten, für mich nicht ins Gewicht. Sicher, auch ich hab Favoriten unter den Beiträgen. Bei einigen denke ich auch einfach nur: What the Fuck?
Aber dennoch bin ich der Meinung, dass es als Gesamtwerk genau so, wie es ist, gut funktioniert. Als ich den Film das erste Mal sah, war ich schlicht überwältigt mit der Vielzahl an Beiträgen und dem Tempo, in dem diese aufeinander folgen. Aber schon beim zweiten Sehen konnte ich mich etwas entspannter auf die einzelnen Episoden einlassen, da sie nun nicht mehr völlig neu waren. Was nicht heißen soll, dass man den Film zwangsläufig zweimal sehen MUSS, nein, ganz und gar nicht. Aber ich brauchte irgendwie ein Zweites Mal.

Trailer:


Ich kann diesen Film nur empfehlen. Und ich denke, dass jeder, der ihn schaut, sich selbst seine Lieblinge aussuchen wird. Denn so unterschiedlich wie die Episoden, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die ihn ansehen.

And... here… we... go!

In diesem Blog möchte ich über verschiedenste Ausprägungen der Medien sprechen. Das werden vornehmlich Filme und Musik sein. Aber auch das ein oder andere Buch/Comic wird seinen Platz finden und Artikel über Rollenspiele können auftauchen. Im Prinzip werde ich hier über all die tollen Werke sprechen, die mich im Moment beschäftigen und begeistern. Der geneigte Leser ist selbstverfreilich dazu eingeladen, seine Kommentar abzugeben, auf dass ein reger Meinungsaustausch stattfinden kann.

Also viel Spaß beim Lesen!
Gerd